Alicante

Von | 20/02/2025

Die Hafenstadt Alicante an der Costa Blanca hat knapp 350.000 Einwohner und ist dennoch im Zentrum übersichtlich und leicht zu Fuß zu erkunden. Wir waren im Februar dort und standen etwa 15km außerhalb auf dem Camping Bon Sol, einem kleinen Familienbetrieb mit rund 50 Parzellen und einem Restaurant. Die Parzellengröße reicht für Wohnmobile bis 7,50m, größere Fahrzeuge finden hier keinen Platz. Vom Platz aus läuft man nur 200m bis zur Tramstation der Linie Benidorm-Alicante sowie 300m bis zur schön angelegten Strandpromenade, die bis nach Alicante reicht, allerdings nicht bis ins Zentrum – da erheben sich vorher noch ein paar Felsen.

Wir nahmen die Tramlinie L3, die in weniger als 30 Minuten bis nach Alicante rein fährt. Man steigt entweder am Castillo aus (Station Marq-Castillo), an der Markthalle (Station Mercat) oder an der Endstation Luceros, in deren Nähe sich viele Modegeschäfte und das Kaufhaus El Corte Ingles befindet.

Wir stiegen an der Station Marq-Castillo aus und liefen um den Berg herum zur Meeresseite. Von hier kann man einen Aufzug zum Castillo Santa Barbara nehmen. Der Zugang führt durch einen spacig beleuchteten Tunnel in den Berg, von wo aus man in 30 Sekunden hochfährt. Die Fahrt nach oben kostet 2,70€ bzw. ist sie für Personen ab 65 Jahren oder Schwerbehinderte frei. Die Fahrt nach unten ist immer kostenlos. Wir waren an einem Samstag dort und mussten ca. 15 Minuten in der Schlange warten.

Von oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf die unter einem liegende Stadt mit ihrem Hafen und dem Stadtstrand El Postiguet.

Landeinwärts sieht man u.a. die Stierkampfarena am Plaza de Toros, die 1888 fertiggestellt wurde. Mit einer Kapazität von 11.600 Zuschauern ist sie eine der größten in Spanien. Mittig am linken Bildrand erkennt man Teile des Castell de Sant Ferran aus dem 19. Jahrhundert.

Das Castillo de Santa Barbara liegt auf einem 166m hohen Fels am Meer und bietet eine spektakuläre Rundumsicht. Aus diesem Grund wurde hier schon im 9. Jahrhundert Burganlagen erbaut, die im 13. und 18. Jahrhundert jeweils deutlich erweitert wurden. So entstand eine der größten Festungsanlagen Europas. Hier oben gibt es ein kleines modernes Cafe, auf dessen Terrasse man wunderbar in der Sonne entspannen kann, bevor man den Weg nach unten in die Altstadt von Alicante antritt.

Das Viertel Santa Cruz bildet die hübsche Altstadt von Alicante und reicht von der Rambla bis an den Berg Benacantil, auf dem das Castillo Santa Barbara steht. Von oben geht es über viele Treppen an bunt geschmückten und mit vielen Pflanzen verzierten Häusern vorbei.

Einige Häuser haben bereits eigene Einträge in Google Maps oder sind Berühmtheiten auf Instagram und Co. Das deutet aber auch auf die Kehrseite dieser Altstadt hin, die wie viele touristische Gebiete inzwischen mehr Ferienappartements als Wohnungen für Einheimische bietet und das authentische Leben vermissen lässt.

Aus dem 16. Jahrhundert stammt die Basilika de Santa Maria d’Alacant in der Altstadt von Alicante. Ursprünglich wurde sie im 13. Jahrhundert nach der Rückeroberung Südspaniens von den Mauren auf dem Platz einer alten Moschee errichtet, brannte aber im 15. Jahrhundert vollständig ab und musste neu errichtet werden. Zu der Zeit stand die Basilika übrigens direkt an der Kaimauer mit Blick auf das Mittelmeer. Erst später wurden der Stadtstrand und der Hafen auf künstlich gewonnenem Land errichtet und die Basilika rückte dadurch landeinwärts.

Von außen eher schlicht mit Verzierungen um den Haupteingang herum überwältigt einen der mit Gold überschüttete Altarraum. Vom Adlerpult über die Bilderrahmen bis zum Tabernakel sind fast alle Gegenstände goldüberzogen. Selten steht eine eher einfache Architektur dermaßen im Gegensatz zur fast protzigen Inneneinrichtung wie in dieser Basilika.

Die Basilika de Santa Maria d’Alacant verfügt über zwei rechteckige Türme. Den Glockenturm kann man über eine Wendeltreppe mit rund 75 Stufen ersteigen und erhält einen Ausblick auf die Altstadt und das Castillo de Santa Barbara.

Unweit der Basilika befindet sich das alte Rathaus von Alicante, das für Besucher zugänglich ist. Die Dali-Skulptur am Fuße der Treppe hat uns nicht überzeugt, interessant ist aber der Blick in den alten Plenarsaal. Die Sitze und Tische sind so niedrig, dass man eher an ein Kinderparlament denkt.

Jenseits der Rambla stehen die großen Stadtvillen und die Plätze bieten mehr Weite als in der Altstadt. Überall sind die Fußgängerzonen mit Tischen und Stühlen unzähliger Restaurants belegt, die ab Mittag gut besucht werden. Zu den schönsten Plätzen gehören unserer Meinung nach die Plaza Portal de Elche und die Plaza Ruperto Chapi am Theater von Alicante.

Auf der Plaza Gabriel Miró finden sich vier beeindruckende Riesenbäume der Art Ficus Macrophylla. Es ist die gleiche Art, die wir schon in Cadiz gesehen und hier beschrieben haben.

Auf ein Bier kann man sich hier in der originellen Bar El Garaje niederlassen und das Geschehen auf dem Platz beobachten.

Auf der Rückseite der Bar befindet sich die in allen Reiseführern erwähnte Mushroom Street, deren Pilze nicht nur eine Touristenattraktion darstellen; einzelne sind innen hohl und als Spielversteck für Kinder geeignet.

Der Mercado Central versorgt die Bewohner Alicantes täglich mit frischen Fisch, Fleisch, Wurst, Gemüse und Obst, die an Ständen über zwei Etagen verteilt angeboten werden.

Nach erfolgreichem Einkauf kann man es sich gegenüber der Markthalle auf der Terrasse des La Rotonda bei Bier oder Kaffee in der Sonne gut gehen lassen. Von hier aus geht es für uns zurück mit der Linie 3 bis zur Haltestelle Fabraquer, vorbei am kilometerlangen Sandstrand, der von Alicante bis El Campello reicht.

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